E.E. Zunft zu Schneidern

Basel

Zunftlokal E.E. Zunft zu Schneidern Basel

  

 

Ein Bericht der Denkmalpflege Basel-Stadt,
von Dr. phil. Martin Möhle


Raumkunst in Renaissance und Barock 
Der Intarsiensaal im Haus zum Löwenzorn

 


Gemsberg 2-4, Intarsiensaal im Haus zum Löwenzorn. Foto Erik Schmidt, 2009

Das Haus zum Löwenzorn (Gemsberg 2-4) beherbergt ein traditionsreiches Restaurant, Zunftstuben und Verbindungslokale. Seit 2002 steht das belebte Gebäude unter Denkmalschutz. Ursprünglich diente es als prächtiges Wohnhaus. Die Fassade war einst mit illusionistischen Architekturmalereien des 16. Jahrhunderts geschmückt, die nach einer gründlichen Restaurierung und Ergänzungen in den 1960er-Jahren teilweise heute noch sichtbar sind.



Gemsberg 2-4, Zum Löwenzorn. Die Fassadenmalerei spielt, genau wie die Intarsien im Inneren, mit dem Thema der Perspektive und der illusionistischen Darstellung von Architektur. Foto Bruno Thüring, 2001



Im Obergeschoss des Hauses befindet sich ein vertäferter Saal, der in der gesamten Schweiz nur wenige seinesgleichen findet. Er ist mit kostbaren Intarsien geschmückt, die perspektivisch konstruierte Ruinenbilder, Bogenstellungen und Landschaftsausblicke wiedergeben. Auftraggeber war ein aus Italien eingewanderter Glaubensflüchtling, der Spediteur und Grosskaufmann Balthasar Ravelasca, dem von 1555 bis 1580 der "Löwenzorn" gehörte. Ihm war die Intarsienkunst, die im 15. und 16. Jahrhundert in Italien ihre Blüte erlebte, vertraut.



Entzerrte Fotos geben Aufschluss über bauliche Beeinträchtigungen (z. B. durch den schiefen Fussboden) und sind eine Grundlage für die detaillierte Bestandsaufnahme. Foto Erik Schmidt, 2009

 

Ein späterer Eigentümer liess dem Saal um 1718 umbauen. Die Glanzstücke der Renaissancekunst präsentieren sich seitdem in einem barocken Rahmenwerk, wurden teilweise neu kombiniert und ergänzt. Für die Forschung ergeben sich dadurch viele Fragen zum originalen Zustand der Intarsien, aber auch zu ihrer Wertschätzung in der Barockzeit und in späteren Epochen. Die Kunstdenkmäler-Inventarisierung konnte den Anstoss zu einer neuerlichen wissenschaftlichen Beschäftigung mit dem Haus geben. Zur Zeit entsteht eine Lizentiatsarbeit an der Universität Basel; parallel dazu wurde der Saal durch digitale Messbilder neu dokumentiert und von Restauratoren eingehend untersucht. Die Ergebnisse dieser neuen Forschungen werden in den Kunstdenkmälerband Eingang finden.


Verschiedenfarbige Holzsorten, die wie Puzzelteile auf dem sogenannten Blindholz aufgeleimt werden, ergeben das Bild einer Intarsie. Schattierungen können durch Versengen des Furniers erzielt werden, Grünfärbungen entstehen durch den gezielten Befall des Holzes mit einem Pilz. Foto Erik Schmidt, 2009.

 

Martin Möhle im Juni 2010


Der Saal wird als Zunftlokal und Gaststube für spezielle Anlässe genutzt: www.loewenzorn.ch

 

 

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